Objektschutzwald hat hohen Stellenwert

Der Forstweg entlang des Pfusertobels.

Die Gemeinde Mittelberg hatte gemeinsam mit der Forstabteilung der BH-Bregenz und der Wildbach- und Lawinenverbauung (WLV) zu einer Informationsveranstaltung ins FWP (Flächenwirtschaftliche Projekt) Kleinwalsertal – Nebenwasser eingeladen. Trotz der kalten Witterung fanden sich über 30 Interessierte ein und besichtigten die neu errichtete Forststraße. Von den anwesenden Experten wurde die Trassenführung erklärt. Diese startet beim Haus Hipper und führt Richtung Norden über das Pfusertobel in den Bereich Köpfle oberhalb des Zwerwalds. Von dort aus führt die Trasse dann wieder Richtung Süden mit einer zweiten, höhergelegenen Überquerung des Tobels. Im kommenden Sommer wird der Ausbau fortgesetzt - bis zum Endpunkt, der Äußeren Kuhgehrenalpe. „Das Projekt wurde bereits in den 90er Jahren angeregt und die Notwendigkeit aus Sicherheitsgründen aufgezeigt“, erklärte Bürgermeister Andi Haid. Und: „Es ist uns wichtig, der Bevölkerung näher zu bringen, weshalb wir Forststraßen mit entsprechenden Schneisen bauen müssen“. Die Vorstellung der Trasse erfolgte durch DI (FH) Martin Zitt von der Wildbach- und Lawinenverbauung (WLV). So war auch zu erfahren, dass die Projektkosten mit 6 Millionen Euro zu Buche schlagen. Getragen im Verhältnis 60/20/20 von Bund (60%), Land Vorarlberg (20 %) und der Gemeinde Mittelberg (20%). Die Projektlaufzeit wurde mit 30 Jahren angegeben.

 
Mäßige Eingriffe
 
Interessantes war von DI Peter Feuersinger, Leiter der Forstabteilung im Bezirk Bregenz, zu hören. Er hatte wissenswerte Infos zur Waldsituation im Nebenwasser parat. So zeigt sich das Waldkleid von der gegenüberliegenden Talseite betrachtet in einem scheinbar guten Zustand. Geht man aber vor Ort in diese Wälder hinein, so zeigt sich laut Feuersinger „leider ein anderes Bild“. Wie Feuersinger betonte, könne mit der neuen Forststraße nun der Wald kleinflächig und regelmäßig bewirtschaftet werden. Was wiederum für einen „solchen Objektschutzwald“ besonders wichtig sei. Das Motto laute: „Mäßig, dafür regelmäßig in das Waldgefüge eingreifen!“ Ebenfalls von großer Bedeutung: Wenn sich die Verjüngungssituation des Waldes verbessert, wird sich auch der Wildbestand wieder leicht erhöhen. Die Experten gehen davon aus, dass in den Objektschutzwäldern des Kleinwalsertales auch dauerhaft eine intensive Bejagung des Schalenwildes notwendig sein wird. Das langfristige Ziel des Flächenwirtschaftlichen Projekts soll so wie bei gleich gearteten anderen Projekten „ein gesunder, artenreicher Bergmischwald“ sein. Ein Wald, der auch dem Klimawandel in Zukunft standhält. Einig waren sich die Fachleute darüber, dass der Wald „eben ein Generationenvertrag“ ist.
 
Naturgewalten
 
Im Pfusertobel wartete Wolfgang Hilbrand mit einem interessanten Beitrag aus der Sailer-Chronik auf. Dort steht wörtlich: „Anno 1714,den 30. März mittag um 12 Uhr brach eine Lahne im Kuhberg durchs Pausen Tobel, schwöllte die Breitach vier Stunden lang und das ausgebrochene Wasser zerriss die Gedeckte Brug im Leute Tobel.“ Die Steilheit des Pfusertobels lässt erahnen, welche Naturgewalten bei entsprechender Schneelage möglich sein können. Der zuständige Wegobmann Georg Hipper dankte den Besuchern fürs Kommen und allen Beteiligten, insbesondere den Grundbesitzern für ihre große Unterstützung. Der höchst interessante Nachmittag ging mit einer kleinen Brotzeit im warmen Bauhof in Hirschegg zu Ende. - ös -
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